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Shakespeare ist Schulstoff, klar. Doch Shakespeare ist soviel mehr als Schulstoff, er ist quicklebendig auf Bühnen, auf der Leinwand, im Fernsehen überall auf der Welt. Er vereint Wahrnehmungen von Generationen und Schichten, Geschlechtern und Konfessionen. Seit 2004 bringt Shakespeare Company Berlin Schauspielerin Alexandra Surer jedes Jahr in prägnanter Fassung und opulenten Kostümen Shakespeare von Kindern gespielt für Kinder auf die Bühne. Der Besuch von ‚König Lear – Gewalt spielen’ in 2008 gefiel den Schülern der Evangelischen Schule unter der Leitung von Frau Rasfeld so gut, dass nun, erstmals im Rahmen einer internen Werkstatt, der Anschluss der Shakespeare Kids (von denen 5 diese Schule besuchen) an die Schule unternommen wird.
In 90 min/Woche werden max. 10 Kinder mit Alexandra und Leoni (15) in Monologen und kurzen Szenen Shakespeare Grundttypen analysieren, hinterfragen, anprobieren. Um Bloch zu zitieren: Inneres spricht, sobald es etwas zu sagen hat immer Äußerung, nun sprechen sie beide voneinander.
Welchem Archetyp ordne ich mich selber zu? Sehen das andere auch so? Welche Musik hört er? Welche Figuren spiele ich gerne, welche Handlungen kenne ich aus meinem eigenen Alltag? Welche emotionalen Äußerungen fallen mir leicht, welche schwer, welchen Gedankengängen kann ich folgen? Welche Motive sind mir fremd? Was für Archetypen sind meine Freunde, Eltern, Lehrer?
Die Triade von Besonderheit, Archetyp und Allegorie – anschaulich, bildhaft, wesenhaft vorgestellt, erzeugt eine spezifische Bedeutung. Shakespeare gibt seinen Charakteren eine sinnliche Heimat, zeigt Querverbindungen zwischen Mensch und Natur, macht die gemeinsamen Bezugspunkte anschaulich. Moral, Ethik oder nur Folge von Ursache und Wirkung? Eingebettet in typische Situationen erleben wir die Dynamik z.B. von EHRGEIZ (Macbeth), EIFERSUCHT (Othello), LIEBE (Romeo und Julia); kaum zu glauben, dass die Menschenrechte gerade erst ihren 60zigsten Geburtstag feiern!
Vor den Sommerferien sind sowohl öffentliche, als auch Schulvorstellungen mit anschließendem Gespräch, sowie ein Auftritt an der Gala ‚10-Jahre Shakespeare Company’ geplant.
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